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Sonnenuntergang

Im Strom der Zeit-

Auf den Spuren des Paradieses

Auf der Suche nach einem Ort der Ruhe endete unsere Reise schließlich wegen erschöpfender Müdigkeit unter einer prächtigen alten Eiche, die sich Mitten in einer Waldlichtung erhob. Wir waren ohne Kraft und ließen uns ins weiche Moos am Fuße des Vertrauens sinken, in der Hoffnung dort einen erholsamen Schlaf zu finden. Es war früher Abend und letzte Sonnenstrahlen durchwebten das dichte Baumkleid der Eiche. Wir konnten die Stille atmen hören und fanden erstaunlicherweise schnell wieder zurück zu unserer verloren geglaubten Kraft. So entschlossen wir uns, den steilen Stamm des Baumes zu erklimmen, um in seiner Krone Schutz vor der herannahenden Nacht zu finden. Doch der Anblick der uns dort oben erfuhr, war mehr als mein Herz zu erhoffen vermochte. Ein Gefühl von Freiheit durchfuhr meine Seele. Es bot sich ein derart wunderschöner Sonnenuntergang, dass mein Herz zu flügeln begann.

Über dem herrlich grünen Wald sank am Ende des Horizontes die feurig schimmernde Sonne, um Kraft für einen neuen Tag zu schöpfen.

„Du, hast du schon einmal einen so schönen Sonnenuntergang erlebt?“, fragte die kleine Elfe neben mir, deren Augen im Spiel der Sonnenstrahlen tanzten. Ich kehrte kurz in mich und begann ihr von meinem Bild, dass noch bis heute einen Platz in meinen Gedanken gefunden hat, zu erzählen:

Manchmal genügt ein Augenblick, der uns neue Kraft für weitere schwere Stunden, voll Trauer und Angst, gibt.

Dieser Augenblick ist in meinen Gedanken ein weißer Strand, umgeben von der Unendlichkeit des Seins. Ich stehe am Ufer und beobachte das Treiben der glasklaren Wellen. Der warme Sand knirscht zwischen meinen Zehen, wenn ich der Sonne versuche entgegenzustapfen. Ich atme eine salzig kühle Brise erfrischenden Windes und fühle mich frei und unbeschwert. Der blaue Himmel lässt nicht zu, dass Wolken die führsorglichen Sonnenstrahlen unterdrücken. Es ist warm und doch befreiend zugleich, denn ein Gefühl von Gelassenheit durchfährt meinen gesamten Körper.

„Ist dies das Paradies?“, werde ich mit neugierigen Blicken gefragt.

Das Paradies ist nicht weit von hier, wir müssen nur lernen, seinen geistigen Abenteuern zu folgen, um so in die Zeitlosigkeit der eigenen Vorstellungskraft eintauchen zu können.

Zeit zählt nicht, das Einzige was wirklich wichtig ist, wird als eine zeitlose Kraft bezeichnet, die in uns schlummert, bis sie von uns selbst erweckt wird. Wir erzählten uns noch viele schöne Geschichten, die uns beiden neue Erfahrungen und Erkenntnisse über uns selbst brachten.

Am nächsten Morgen schließlich wurden wir vom Gesang der Vögel geweckt. Wir haben gar nicht bemerkt, dass wir eingeschlafen sind.

Doch nun war es Zeit aufzubrechen, um den erschwerlichen Weg, der noch vor uns lag, rechtzeitig zu meistern.

Eines ist uns jedoch geblieben:

Seit diesem Tag finden wir uns jeden Abend auf ein Neues zusammen und genießen von hier oben die Zeitlosigkeit der Welt, die uns trotz distanzierter Fremde verbindet.

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Frühlingszauber

Über das Aufatmen des Frühlings, nach einer Zeit der Kälte und Unbehaglichkeit.
So lieb ist mir die Zeit, wenn des Winters müder Dunst, von leuchtend grellen Sonnenstrahlen entzwei gerissen und der triste Schleier, voll Kälte und Dunkelheit, der Erde entfernt wird.
Wie jedes Jahr auf ein Neues entdecken Bäume und Blumen ihre Faszination für die unendliche Vielfalt des sich immer schöner bietenden Frühjahrsmorgen.
Ein Hauch von herrlichem Hyazinthenduft legt sich auf die nasskalten Grashalme, deren Tau im aufgehenden Morgenlicht aufstrahlt.
Wie ein Meer aus Diamanten funkelt die goldene Pracht und umarmt die scheinbar verloren geglaubte umliegende Natur, mit warmer und zugleich heilender Fürsorge.
Die Müdigkeit der Menschen scheint, als sei sie, unter all diesen wunderschönen Begegnungen untergetaucht.
Und der Zenit grüßt sie von hoch oben, wo am Himmel die Vögel schweben, welche von ihrer langen Reise zurückgekehrt, sich an der Schönheit ihrer neuen Heimat ergötzen.
Es gibt nichts was mein Herz mehr berührt als das sich darbietende Schauspiel der Jahreszeiten.
Das Wesen des Lenzes erkennt man erst im Winter, wenn Samen durch die Schneedecke atmen und die Wandlung des Weißen der scheinbar sommerlichen Sonnenstrahlen unterlegen ist.
Diese Schönheit ist nicht vergänglich, sie braucht nur eine Zeit der Ruhe, um Kraft für neue Anfänge zu schöpfen.
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Windstiller Winter

Ist Schönheit vergänglich, oder sehen wir nur das Oberflächliche?
Auf den Spuren des Unsichtbaren- ein Text zum Nachdenken.
Einmal im Jahr, wenn die Stunden der Dunkelheit immer länger zu sein scheinen, verliert auch der stärkste Baum die Kraft, sein Blätterkleid zu halten. Die Geborgenheit der sommerlichen Sonnenstrahlen wurde durch den kalten, beißenden Wind, der uns einen Vorgeschmack auf eine Zeit des Unwohlseins gibt, abgelöst:

Es dämmerte bereits und die festlich beleuchteten Kiefern in den Vorgärten ließen mich ein Gefühl von Wärme spüren. Alles schien trotz der eisigen Kälte in einer stimmungsvollen Atmosphäre aufzublühen. Doch meine Gedanken konnten sich einfach nicht auf die Tage voller Besinnlichkeit und Ruhe einstellen.
So machte ich mir also meine Gedanken über den trostlosen Winter und folgte dabei einem von grauem Schnee bedeckten, kleinen Weg. Wo mich dieser Weg hinführen würde, war mir ungewiss. In der Hoffnung, dass ich nicht in meiner Einsamkeit und der Furcht vor dem Unbekannten verloren gehen würde, folgte ich diesem Weg entschlossen weiter.
Nicht eine Menschenseele begegnete mir. Die Quellen des Lebendigen schienen erloschen zu sein. Was war mit all den wunderschönen Tieren und Pflanzen, welche mich einen ganzen Sommer lang mit ihrer Anwesenheit erfreuten? Alles war wie eingeschläfert. Ich erkannte am Himmel nur einen Schwarm Zugvögel, der zu einem Ort aufbrach, dessen Schönheit ich niemals erfahren würde. Stattdessen verwehte der Wind mein Lächeln und kalte Sonnenstrahlen ließen meine zittrigen Hände auf den Frühling hoffen.
Als ich, auf einer Bank sitzend, die Stille des Windes zu hören versuchte, schritt plötzlich eine junge Frau an mir vorbei. Wie aus dem nichts gekommen sah sie mich verwundert an und folgte, ohne mich weiter zu beachten, ihrem einsamen Weg, bis sie schließlich hinter einer dunklen Hausfassade verschwand. Ihre großen, glänzend braunen Augen, die vollkommenen Lippen, ihr lebendiges Haar, all das weckte innere Zufriedenheit in mir. Sollte ich diese Dame ansprechen? Auf eine Tasse Kaffee einladen? Nein- dafür wäre ich viel zu schüchtern. Lieber erinnerte ich mich an ihren reizenden Körper, ohne mir Hoffnung auf ein Wiedersehen zu machen.
In meine Gedanken vertieft merkte ich nicht, dass eine ärmlich gekleidete, kleine Frau neben mir auf der Bank Platz nahm. Sie begrüßte mich zwar mit einem herzlichen „Hallo“, doch die Gedanken an die hübsche Frau ließen mich darüber hinweghören. Schweigend saßen wir also da, 10, vielleicht 15 Minuten.
Doch manchmal genügt ein Augenblick, um zu erkennen, dass die äußere Erscheinung nicht mit der inneren Schönheit im Einklang stehen muss.
Obwohl ich vorher ein Gefühl des Unwohlseins verspürte, riskierte ich schließlich einen kurzen Blick. Ich erkannte zerzaustes kastanienbraunes Haar, welches aus einem blassen Regenmantel herausragte und das Gesicht der jungen Frau verdeckten. Unerwarteter Weise drehte sie sich plötzlich zu mir herüber. Auf halber Strecke begegneten sich unsere beiden Blicke und schauten daraufhin verstohlen auf den Boden.
Manchmal genügt ein Wort und Mauern weichen zurück.
Ich drehte mich ein zweites Mal zu ihr hin und entschloss mich, sie nach ihrem Namen zu fragen. Sie antwortet und warf mir einen scheuen Blick zu.

In ihrem lächelnden Gesicht erkannte ich, das ihr Interesse an mir immer weiter zu wachsen begann. "Bist du neu in der Stadt", erwiderte sie. Ich erkannte in ihren Augen, dass sie die Antwort auf diese Frage bereits wusste.
So erzählten wir, lachten und amüsierten uns noch eine ganze Weile.
Spät am Abend begann es zu schneien. Dicke, weiße Schneeflocken schwebten sanft vor unsere Füße, bis der trist graue Boden von einer glänzend schimmernden Schneeschicht völlig bedeckt war. Wir entschlossen, gemeinsam einen Glühwein trinken zu gehen, um unsere kalten Hände zu wärmen. Mit einem Gefühl von Zufriedenheit schlenderten wir noch Stunden später über den feierlich geschmückten Markt, der uns durch den Duft von Zimt und gebackenen Bratäpfeln beflügelte.
Aus dieser ersten Begegnung entwickelte sich eine Zweite, Wochen später eine Dritte.

Wir trafen uns seit diesem Tag öfters, sprachen über Probleme oder saßen einfach schweigend da. An jenem Nachmittag erkannte ich, dass Schönheit vergänglich ist. Das Aussehen der hübscheren Frau habe ich längst vergessen. In einigen Jahren werde ich dieser Frau vielleicht auf ein Neues begegnen, doch wird der Strom der Zeit ihr Gesicht bis dahin verblasst haben. Das Gesicht der ärmlich gekleideten Frau werde ich jedoch niemals vergessen, denn es bleibt eine Phantasie meiner Gedanken.

Wenn ich heute auf einer Bank sitze und der Himmel durch die kahlen Äste fällt, sehe ich den Winter mit anderen Augen.
Für manche von uns ist die Schönheit des Winters auf den ersten Blick leider nicht erkennbar. Die Lasten des Baumes enden in einer Pracht von Farben und werden in einem eisigen Hauch von Unberührtheit erstarren. Die unerschöpfliche Phantasie der Natur, wie sie Jahr für Jahr auf ein Neues zu entdecken ist, scheint mir eine zeitlose Schönheit zu sein.
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